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Verarbeitungstemperatur

Die Verarbeitungstemperatur gibt allgemein den Temperaturbereich an, in dem ein Dichtstoff verarbeitet werden darf. Sie ist der vom Dichtstoff-Hersteller definierte Temperaturbereich, der bei der Verarbeitung/Einbringung des Dicht- oder auch Klebstoffes nicht über- oder unterschritten werden darf. Die Temperaturbeschränkung gilt dabei i.d.R. nicht nur für die Umgebungsluft, sondern auch für den Dicht- bzw. Klebstoff selbst, wie auch für die Temperaturen an den Bauteilen bzw. Werkstoffen.

Die Verarbeitungstemperatur wird durch die individuellen Produkteigenschaften und bauphysikalische Bedingungen begrenzt. Werden die vorgegebenen Temperaturgrenzen unterschritten, kann es neben einer verzögerten Aushärtung und Hautbildungszeiten auch zu Frühbelastungsschäden und/oder Feuchtigkeitskondensation auf den Fugenflanken bzw. Haftflächen kommen. Bei Überschreitung der Temperaturgrenzen weisen die Dichtstoffe veränderte Verarbeitungseigenschaften bei der Einbringung auf. Daraus können beispielsweise eine mangelhafter Standfestigkeit oder eine stark beschleunigte Hautbildungszeit resultieren.

Genaue Informationen zu der optimalen bzw. den für einen Dichtstoff zugelassenen Verarbeitungstemperaturen können Sie den technischen Merkblättern oder sonstigen Beschreibung der Dichtstoffe entnehmen. Nur diese produktspezifischen Angaben sind individuell für den jeweiligen Dichtstoff ermittelt worden und sollten dementsprechend auch eingehalten werden.

Silikon-Dichtstoffe und Acryl-Dichtstoffe können in der Regel bei Umgebungstemperaturen von +5°C bis +40°C verarbeitet werden.

Temperaturen unter +5°C sind aus zwei Gründen zu vermeiden: Zum einen ist die Geschwindigkeit der Aushärtung sowohl bei feuchtigkeitsvernetzenden Systemen (z.B. Silikon) als auch wasserbasierten Systemen (z.B. Acryl) bei diesen Temperaturen stark erniedrigt, so dass die Ausbildung einer stabilen Fugen in ausreichend kurzen Zeiträumen nicht mehr gewährleistet ist. Zum anderen besteht die Gefahr, dass auch bei (Luft-) Temperaturen leicht oberhalb des Gefrierpunktes die Bauteile um 0°C oder sogar darunter liegen. Dabei kann sich dann ein leichter Wasser- (Eis-) Film auf den Haftflächen bilden, der die Haftung des Dichtstoffes behindern oder ganz unterbinden kann.

Die Verarbeitungstemperatur ist nicht mit der Temperaturbeständigkeit des ausgehärteten Dichtstoffes zu verwechseln. Hier können Silikone beispielsweise bei Gebrauchstemperaturen von zwischen ca. -60 und +180°C eingesetzt werden.

Verarbeitungstemperatur